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ZEITZEICHEN

Eine düstere Szene: Über versteckte Treppen und durch kaum einsehbare Hintertüren schleicht eine vermummte Gestalt in eine Londoner Kirche. Mysteriös? Na klar. Unheimlich? Wohl eher nicht. Denn, glaubt man dem Klatsch in den einschlägigen Zeitungen, ist es nur eine arme Seele, die noch vor ihrem 30. Wiegenfest den Zugang zum christlichen Glauben finden möchte.

Die Rede ist hier von einer gewissen Geraldine Estelle Halliwell, den Jüngeren unter uns vielleicht besser bekannt als »Ginger Spice«, Ex-Mitglied der Mädchen-Popgruppe »Spice Girls«. Wie es in der Pressemeldung heißt, soll sie derzeit einen Crash-Kurs in Sachen Bibel absolvieren, und das in einer Kirche, »die schon zahlreiche Promis zum Glauben gebracht hat.« Von einem Pastor namens Mark Elsdon werde Geri Halliwell zu diesem Zweck auch von einem drohenden »öffentlichen Rummel« abgeschirmt (gab es da nicht etwas Ähnliches in München?) - eine Kirche sozusagen mit »Künstlereingang«...

Sein gütiges Herz hat der Popstar jedenfalls schon gezeigt: Etwa als Geri nach ihrem Ausstieg bei den »Spice Girls« vor zwei Jahren ihr Bühnen-Outfit zu Gunsten von UNICEF versteigern ließ. Und als sie noch vor wenigen Wochen, spärlich bekleidet, mit einem Gastspiel im heißen Wüstenstaat Oman die Moral der britischen Truppe zu heben verstand. Vergessen auch alle Gerüchte um Kontakte zu Scientology und die Anzeige wegen zu schnellen Fahrens. Da macht es nichts, dass Geri angeblich über Yoga-Übungen zur Spiritualität gefunden haben soll. Was soll`s auch - im Harry-Potter-Land, wo man (kein Scherz!) als Religion »Jedi-Ritter« ankreuzen darf. So sollte sich dort die Christenheit umso mehr über jeden Neuzugang freuen, und sei er auch noch so prominent. Ach ja.


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