Dieter Haack scheidet nach 24 Jahren aus der bayerischen Landessynode aus
Suche nach einem neuen Synodalpräsidenten
München. Die bayerische Landeskirche steht vor einer Zäsur: Synodalpräsident Dieter Haack wird vom 25. bis 30. November in Erlangen zum letzten Mal eine bayerische evangelische Landessynode leiten. Nach 24 Jahren in der Synode, davon 12 Jahre als deren Präsident, will Haack zum Ende der Synodalperiode ausscheiden und sich auch nicht mehr berufen lassen. Der 67-Jährige begründet dies mit der Amtszeitbegrenzung, die die Landeskirche für hauptamtliche Leitungsfunktionen eingeführt habe. Wenn der Bischof nach zwölf Jahren sein Amt räumen müsse, könne diese Zeit auch ein Maßstab für Ehrenamtliche in Leitungsfunktionen sein.
Schon vor der Wahl des neuen Kirchenparlamentes wird überlegt, wer neuer Präsident oder neue Präsidentin des Kirchenparlaments werden könnte. Die bisher ehrenamtliche Tätigkeit habe sich immer mehr ausgeweitet und sei inzwischen mindestens ein Halbtags-Job. Für einen voll berufstätigen Menschen sei die Ausübung des Präsidentenamtes deshalb schwierig. Nach Haacks Auffassung sollte das Amt auch künftig ein Nichttheologe ausüben. Die Zeit sei auch reif, dass eine Frau in dieses Amt gewählt werden könne. Vor Journalisten zog Haack, der im Frühjahr 2002 aus dem Amt scheidet, eine erste Bilanz seiner Arbeit. Während seiner Amtszeit sei die bayerische Landessynode, in der zwei Drittel Nichttheologen sitzen, selbstbewusster und weniger pfarrerzentriert geworden. Sie habe sich zu einem eigenständigen kirchenleitenden Organ entwickelt, das nicht mehr wie früher sich stark nach dem Bischof ausrichte. Wichtig war ihm die ökumenische Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche gewesen. "Da haben wir in Bayern eine Vorreiterrolle für den Bereich der ganzen Evangelischen Kirche in Deutschland wahrgenommen", betonte Haack.
Bei der Synodaltagung in Erlangen stehen 13 Gesetzesvorlagen auf dem Programm, der Finanzhaushalt der Landeskirche für 2002, 49 Anträge und Eingaben aus den Gemeinden und ein Rechenschaftsbericht von Landesbischof Johannes Friedrich.
Ein Höhepunkt wird am 28. November ein Besuch von Bundespräsident Johannes Rau, der - eine Referenz an Haack - erstmals zu einer Landessynode kommt und sich zu aktuellen Fragen äußern wird. In seiner Anwesenheit will das Kirchenparlament auch über ethische Fragen der Biotechnik und Medizin sowie über ökumenische Fragen beraten. Dazu wird ein Beschluss zum Thema "Würdiger Umgang mit Tot- und Fehlgeburten" sowie einer Christlichen Patientenverfügung erwartet.
Der Finanzhaushalt 2002 der Landeskirche, der den 105 Synodalen vorliegt, umfasst ein Volumen von 692,1 Millionen Euro und steigt gegenüber 2001 um 2,5 Prozent. Präsident Dieter Haack sagte dazu, dass die wirtschaftliche Lage sich noch auf die prognostizierten Kirchensteuereinnahmen auswirken könne. Durch konsequente Sparmaßnahmen hätten aber in den vergangenen Jahren frühere Schulden abgebaut und stets ausgeglichene Haushalte vorgelegt werden können.
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