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Von Wolfgang Lammel

Heute schon gesmst? Ja? Nein? Oder wissen Sie gar nicht, was das ist: smsen? Dann gibt es drei Möglichkeiten. Entweder Sie glauben, dieses Wort sei einfach falsch geschrieben. Oder Sie haben kein Handy. Oder Sie haben eins, das noch nicht diesen kleinen Bildschirm über der Tastatur hat, auf dem dann und wann kurze Textmitteilungen erscheinen, über deren Sinn sich trefflich streiten ließe.

Allein die Kunst dieser Wortschöpfung "smsen" macht den Beobachter stumm vor Staunen. Man nehme eine - noch dazu aus dem Englischen stammende - Abkürzung ("SMS" steht für "short message service"), hänge daran die Buchstaben "en", und fertig ist das neue Verb. Nur wie es ausgesprochen werden soll, bleibt der Kreativität der Anwender überlassen. Eine reizvolle Vorstellung: In der Volkshochschule müht sich eine ganze Klasse, dieses Wort so anständig wie möglich über die Lippen zu bekommen. Und ob es wirklich "simsen" heißt, wird noch ein Fall für die Experten werden.

Vermutlich liegt es an der Beinahe-Unaussprechlichkeit, dass dieser Begriff nicht zum "Unwort des Jahres 2000" gekürt wurde. Immerhin schaffte es den Sprung in eine Sammlung von Unwörtern, die Braunschweiger und Magdeburger Germanisten seit dem vorigen Oktober zusammengetragen haben. Unter den über 1Ô000 Einsendungen finden sich viele weitere wunderbare Wortkreationen wie "voten", "geupdated", "downgeloaded", "performen" oder "outsourcen".

Weltoffenheit hin, Sprachpuritanismus her - die Qualität von "smsen" erreicht keines von ihnen. Wie wär's mit einem kleinen Rätsel zum Schluss? Ein Wort ohne Vokale. Voilà: "smslbm"! So viel sei verraten: Es ist ein nicht unbekannter Zauberspruch ...


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