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Ausgabe - vom (Datum): 29-20.07.2003




Landeskirchlicher Haushalt wird bis 2006 um 90 Millionen Euro reduziert

Das Sparpaket ist geschnürt

Die Diskussion um das 90-Millionen-Sparpaket der Landeskirche nähert sich ihrem Ende. Die Eckpunkte eines Sparvorschlages, den Synodale und Landeskirchenrat gemeinsam erarbeitet haben (wir berichteten), wurden in Nürnberg der Öffentlichkeit vorgestellt. Nun muss noch die Landessynode auf ihrer Herbsttagung zustimmen.

Sparpaket

  Finanzreferent Claus Meier, Landesbischof Johannes Friedrich und Synodalpräsidentin Heidi Schülke (von links) stellten in Nürnberg die Eckpunkte des landeskirchlichen Sparpaketes vor. Foto: Sauerbeck



Damit kommt ein Prozess zu einem vorläufigen Abschluss, der »allen Beteiligten ein Höchstmaß an Anstrengungen abverlangt hat«, wie Landesbischof Johannes Friedrich mit Hochachtung unterstrich. Dabei ist das noch gelinde formuliert: Hatten sich doch über Wochen und Monate in kirchlichen Stellen, Diensten und Werken, Vereinen und Verbänden die Krisensitzungen, Arbeitspapiere und Protestbriefe gehäuft. Die Unruhe, die sich seit der Landessynode in Würzburg Anfang April der Kirche bemächtigt hatte (und die, notabene, dazu geführt hat, dass sich mancherorts Kollegen im Kirchendienst mit den Worten »Gibt's Sie auch noch?« begrüßten), soll nach dem Wunsch des Bischofs der Vergangenheit angehören.

Die wichtigste Botschaft, die Friedrich zusammen mit Synodalpräsidentin Heidi Schülke und Finanzreferent Claus Meier kommunizierte, war die: »Wir werden unser Sparziel erreichen.« Will sagen: Die Kirche werde handlungsfähig bleiben, sie wird an der Basis ihrer 1531 Gemeinden künftig weiter ebenso präsent sein wie – in Gestalt der überparochialen Dienste – in der Gesellschaft jenseits der Kirchtürme.

Ihre Beiträge zum Sparprogramm müssen allerdings auch beide Bereiche liefern. Rund 25 Millionen Euro müssen nach Meiers Worten die Gemeinden an Sach-, Personal- und Investitionskosten einsparen, die gleiche Summe kommt bei Addierung »von 200 weiteren Einzelposten« (Meier) zusammen, die mit der Gemeindearbeit nichts zu tun haben. 25 Millionen sollen im Bereich der Pfarrergehälter gespart werden, was langfristig auf eine Reduzierung der Dienstverhältnisse hinausläuft – Meier nannte auf Basis von Personalprognosen einen Rückgang von 282 Dienstverhältnissen bis 2012. 15 Millionen schließlich will Meier bei Minderausgaben im Haushalt 2004 hereinholen. Der Finanzreferent machte einmal mehr klar, dass es zu dem nunmehr eingeschlagenen Kurs bei sinkenden Kirchensteuereinnahmen keine Alternative gebe.

Hinter allen Sparbemühungen steht nach Meiers Worten ein langfristiges Generalziel, nämlich die Absenkung des Personalausgabenanteils von heute 77 auf 65 Prozent des Haushaltes. Das entspricht, grob vereinfacht, einer Reduzierung um rund 1200 Vollzeit-Stellen – ein Anhaltswert, den der Bischof noch einmal bekräftigte, nicht ohne zu unterstreichen, dass man ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen möchte. Die nötigen Personalabbaukonzepte sollten jedoch bereits in den nächsten Wochen entwickelt werden.

Deutlich wurde freilich auch, dass manche kirchliche Einrichtung, die – entgegen der synodalen Vorschlagsliste – vorläufig weiterbesteht, deshalb noch nicht aus dem Schneider ist. Über die Zukunft des Nürnberger Predigerseminares etwa soll erst entschieden werden, wenn verlässliches Datenmaterial über seine Nutzung vorliegt. Und auch zum künftigen Bestand der drei nordbayerischen Landvolkshochschulen wollten sich weder Heidi Schülke noch der Landesbischof ein klares positives Bekenntnis entringen lassen.

Thomas Greif


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abgerufen 07.02.2012, 10.46 Uhr
zuletzt geändert 16.12.2009, 16.57 Uhr

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