Ausgabe - vom (Datum): 18-04.05.2003
Sparkurs der Landeskirche
Evangelische Publizistik gefährdet
Vor einer Gefährdung der evangelischen Publizistik durch die geplanten Sparmaßnahmen der bayerischen Landeskirche haben der Verwaltungsratsvorsitzende des Evangelischen Presseverbandes für Bayern (EPV),

 |  | BR-Hörfunk- kulturchef Christoph Lindenmeyer. Foto: BR

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Hörfunkkulturchef Christoph Lindenmeyer vom Bayerischen Rundfunk sowie der EPV- Direktor, Kirchenrat Hartmut Joisten, gewarnt. Weitere Mittelkürzungen könnten einen »radikal vollzogenen Abschied von der Freiheit evangelischer Publizistik« bedeuten, heißt es in einer Erklärung.
Lindenmeyer zufolge zielt »Werbung auf einen Markt, den es für Kirche so nie geben wird«. Publizistik sei dagegen einer stets wahrheitsgetreuen Berichterstattung verpflichtet: Nicht von oben nach unten, nicht von unten nach oben. Dialog und Dissens seien Zeichen der Stärke, nicht einer den Kirchen fälschlicherweise zugesagten Schwäche. »Evangelische Publizistik kann und darf nicht vorrangig kommerziellen Marktinteressen allein folgen«, so Lindenmeyer.

 |  | Direktor des Evangelischen Presseverbands: Hartmut Joisten Foto: so

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Professionelle und glaubwürdige Publizistik sei auf Freiheit sowie auf eine stabile finanzielle Mindestausstattung angewiesen, so Kirchenrat Joisten. Dafür verschaffe sie der Botschaft und den Wertvorstellungen der Evangelischen Kirche in glaubwürdiger Weise öffentliche Aufmerksamkeit. »Wir warnen vor wirklichkeitsfremden Marktprognosen für die Evangelische Publizistik in Bayern, die ausschließlich Wettbewerbskategorien der freien Marktwirtschaft verpflichtet sind, nicht aber dem Kernauftrag, über Fakten und Diskurse in der Kirche zu berichten.«
Dem Sparvorschlag zufolge, den eine Kommission der Landessynode der evangelischen Kirche in Bayern auf deren jüngster Tagung vorgelegt hatte, soll der Evangelische Presseverband künftig ein Drittel seiner kirchlichen Zuschüsse verlieren. In den vergangenen Jahren hatte das Medienhaus schon einmal ein Drittel der Zuschüsse einsparen müssen.

 |  | Präsident der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien: Wolf-Dieter Ring Foto: BLM

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Dass nicht nur kirchliche Verkündigungssendungen in den öffentlich-rechtlichen Sendern, sondern auch die kirchlich verantworteten Sendungen und Beiträge in den Privatsendern als »wesentlicher Bestandteil« dieser Programme nicht wegzudenken sind, hatte zuletzt bei einem Empfang in Tutzing auch der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM), Professor Wolf-Dieter Ring, unterstrichen. Um die Hörer und Zuschauer in ihren jeweiligen Lebenssituationen zu erreichen, sei der »mediengerechte Transport« der Inhalte Voraussetzung, so Ring. Die zum Evangelischen Presseverband gehörigen Redaktionen des Evangelischen Fernsehens (efs) oder der Evangelischen Funkagentur (efa) gestalteten die von ihnen zu liefernden Sendungen professionell. Auch wenn diese Sendungen auf den privaten Kanälen nicht vordergründig als »Verkündigungsbeiträge« angelegt seien, vermittelten sie doch ein christlich-humanistisches Weltbild, hatte Ring bei der Verabschie- dung des landeskirchlichen Rundfunkbeauftragten Helmut Breit gesagt.
epd/sob
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