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Ausgabe - vom (Datum): 17-27.04.2003




Sonntagsblatt-Umfrage

Weniger Evangelische in den Großstädten: Gemeinden zusammenlegen?

Lieber kooperieren und Gebäude verkaufen


Günter Breitenbach
»Im Moment werden wir mit dieser Frage nicht konfrontiert. Der Rückgang der Zahl der Gemeindemitglieder in der Innenstadt ist zum Stillstand gekommen. Insgesamt steigen die Zahlen leicht. Schon jetzt pflegen die Innenstadt-Gemeinden eine intensive Kooperation. St. Stephan und St. Johannis haben die Karwoche gemeinsam gestaltet. Angesichts der Spardebatte denken wir mittelfristig eher darüber nach, Räume oder Gebäude aufzugeben, als Gemeinden zusammenzulegen.«

Dekan Günter Breitenbach (49), Würzburg, Foto: sob

Kooperation im Bereich der Erwachsenenbildung


Friedemann Hebart
»Ich sehe in meinem Umfeld nicht die Notwendigkeit, Gemeinden zusammenzulegen. Wir müssen durch die Landesstellenplanung sowieso Stellen abgeben, damit steigt bereits die Belastung des haupt- und nebenamtlichen Personals. Aus den Mitarbeiter-Jahresgesprächen wird uns deutlich, wie sehr Gemeindepfarrer schon jetzt belastet sind. Theologisch halte ich Kooperationen zwischen den Gemeinden etwa im Bereich der Erwachsenenbildung für den richtigen Weg.«

Friedemann Hebart (63), stv. Dekan in Bayreuth, Foto: wl

Man könnte die Kräfte besser bündeln


Barbara Kittelberger
»Es ist sinnvoll, in Regionen zu denken, aber zu früh, um Modelle mit einer Haupt- und mehreren Filialkirchen zu bilden. Jugend-oder Seniorenarbeit muss aber zum Beispiel nicht in jeder Gemeinde stattfindet. Man könnte Kräfte bündeln. Das setzt Kapazitäten frei, bei den Mitarbeitern wächst die Lust, etwas zu bewegen. Dazu muss man vom Ich-Denken wegkommen: Die Gemeinde verliert nicht ihre Identität, wenn sie etwas abgibt. Da ist noch Überzeugungsarbeit nötig.«

Barbara Kittelberger (48), Pfarrerin und Synodale, München, Foto: Archiv

Identität der Gemeinden steht auf dem Spiel


Gerhard Schorr
»Wir hatten in den letzten Jahrzehnten in unserer Gemeinde einen Rückgang von 5200 auf 2600 Leute. Dafür kommen zu uns die Leute en masse wegen unserer besonderen kulturellen Angebote - als City-Kirche erfüllen wir einfach auch andere zusätzliche Funktionen. Zusammenlegungen von Gemeinden sind immer schwierig, weil auch die Identität einer einzelnen Gemeinde auf dem Spiel steht. Man sollte erstmal mit der Kooperation in einzelnen Arbeitsfeldern anfangen.«

Gerhard Schorr (53), Pfarrer an St. Sebald (Nürnberg), Foto: Archiv


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abgerufen 07.02.2012, 10.47 Uhr
zuletzt geändert 16.12.2009, 16.57 Uhr

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