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Ausgabe - vom (Datum): 15-13.04.2003




Heiner Götz hat als Vorsitzender der synodalen Lenkungsgruppe Sparvorschläge präsentiert

»Da sein, wo Menschen sich der Kirche anvertrauen«

Zusammen mit einer Gruppe Synodaler bekam der Vizepräsident der Landessynode, Heinrich Götz, den Auftrag, Sparvorschläge über 50 bis 100 Millionen Euro zu erarbeiten. Ergebnis ist eine »Streichliste« über 75 Millionen Euro, rund 16 Prozent vom kirchlichen Haushalt, der rund 662 Millionen Euro ausmacht.

 Ihrem Vorschlag nach soll eine ganze Zahl von Einrichtungen in der bayerischen Kirche zurückgefahren oder ganz dichtgemacht werden. Durch Ihre Arbeit haben Sie sich wenig Freunde gemacht.

Götz: Das war mir schon klar, als die Synode mir den Auftrag dazu erteilte, ein Szenario über eine Einsparung von 100 Millionen Euro zu entwickeln. So etwas kann nur schmerzlich sein, denn es geht ja auch um Menschen, die engagiert und mit Herzblut in unserer Kirche arbeiten. Die Vorschläge dürfen jedoch nicht so verstanden werden, als ob der Wert der Arbeit in diesen Bereichen und der dort tätigen Menschen in Frage gestellt seien.

 Jahrelang war in der bayerischen Kirche von Einschnitten die Rede, nun scheint es ernst zu werden.

Götz: Solange es nur um abstrakte Summen geht, wird sich nichts bewegen. Ich glaube, nun beginnt eine neue Phase synodaler Arbeit. Früher gab es so genannte Themensynoden, die die Schaffung neuer Arbeitsbereiche oder Beauftragtenstellen zur Folge hatten. Ab jetzt werden in manchen Bereichen die Zuschüsse wieder zurückgefahren werden müssen.

 Manche wünschen sich nun, dass Ihr Konzept im Sande verläuft.

Götz: Das wäre für die Kirche nicht gut. Dann müsste wieder nach dem Rasenmäherprinzip gekürzt werden, allerdings mit einem tieferen Schnitt. 16 Prozent für alle, das würden einige Arbeitsbereiche nicht mehr verkraften. Besser scheint mir da eine klare Schwerpunktsetzung.

 Nach welchen Kriterien werden die Schwerpunkte gesetzt?

Götz: Der Glaube und seine Weitergabe, Gottesdienst, Spiritualität, Seelsorge und diakonisches Handeln werden künftig Priorität haben. Wir müssen da sein, wo Menschen sich zusammenfinden, um Gottes Wort mit Leben zu füllen, wo Menschen sich der Kirche anvertrauen, wo die Botschaft des Evangeliums in die Welt hineingetragen und verkündigt wird.

 Ein Ziel, das doch wohl jeder kirchliche Mitarbeiter vor Augen hat.

Götz: Manche Bereiche sind auf einen einzelnen Aspekt spezialisiert. Es geht aber um das Ganze. »Kirche vor Ort« ist das Kriterium der Schwerpunktsetzung.

 Kirche vor Ort - ist das künftig nur noch die Ortsgemeinde?

Götz: Nein, übergemeindliche Dienststellen und Arbeitsbereiche werden nach wie vor gebraucht. Sie müssen ihre Arbeit jedoch effektiver organisieren. Es muss jegliche Möglichkeit von Zusammenlegung, Bündelung und Schaffung von Synergieeffekten ergriffen werden. Das hat auch die Auflösung einzelner Einrichtungen zur Folge. Im Übrigen sollen auch die Gemeinden einen Sparbeitrag von acht Prozent leisten.

Interview: Helmut Frank


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Heinrich Götz

 Rektor Heinrich Götz. Foto: Archiv



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Thema: Landessynode






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 Synode aktuell erscheint nach jeder Synode als Beilage im Sonntagsblatts. Im Internet finden Sie Synode aktuell unter www.epv.de. Im Auftrag der Landessynode wird Synode aktuell vom Landesdienst Bayern des Evangelischen Pressedienstes (epd) produziert.




 Weitere Informationen zur Landessynode und zu allen Synodalen finden Sie auch auf den Seiten der bayerischen Landeskirche unter www.bayern-
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, wenn Sie den Links »Landeskirche« und dann »Landessynode« folgen.



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abgerufen 07.02.2012, 10.36 Uhr
zuletzt geändert 16.12.2009, 16.57 Uhr

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