Ausgabe - vom (Datum): 11-16.03.2003
Evangelisches Kirchenparlament tagt ab 1. April in Würzburg
Verteilung der Pfarrstellen wird zentrales Thema
Die Verteilung der evangelischen Pfarrerinnen und Pfarrer in Bayern wird ein zentrales Thema der Landessynode sein, die vom 1. bis 5. April in Würzburg tagt. Denn das Kirchenparlament der rund 2,75 Millionen Protestanten in Bayern muss eine Revision des »Landesstellenplans« beschließen.
  Die bayerische Landessynode: kirchenleitendes Organ, das mit anderen kirchenleitenden Organen arbeitsteilig zusammenwirkt. Unser Foto (anlässlich der letzten Tagung) zeigt: Synodalpräsidentin Schülke, ihren theologischen "Vize" Heiner Götz (links) und - quasi als episkopales Gegenüber zur Synode - Landesbischof Johannes Friedrich.
Durch diese Neuordnung soll eine gerechtere Aufteilung der rund 1700 bayerischen Pfarrstellen, etwa in evangelischen Wachstumsgebieten, erreicht werden. Im Vorfeld der Synode, die zweimal im Jahr an unterschiedlichen bayerischen Orten zusammen tritt, war diese Planung auf teilweise heftige Kritik in den großstädtischen Kirchenbezirken München und Nürnberg gestoßen, die Personalstellen abgeben müssen.
In seinem Bericht vor den 108 Synodalen, in der Mehrzahl Laien, wird Landesbischof Johannes Friedrich die Frage in den Mittelpunkt stellen, wie »Kirche vor Ort« in Zukunft gestaltet werden könne, so das Landeskirchenamt am Freitag in einer Pressemitteilung. Außerdem wird das Kirchenparlament den kirchlichen Umgang mit »eingetragenen Lebenspartnerschaften« diskutieren und 50 Anträge und Eingaben aus der kirchlichen Basis bearbeiten. In einem Abschlussbericht sollen Konsequenzen aus der breit angelegten kirchlichen Kommunikationsinitiative gezogen werden, die Ende 2002 ausgelaufen ist.
Die Synode ist das Kirchenparlament der evangelischen Kirche. Sie spiegelt den lutherischen Glaubensgrundsatz des »Priestertums aller Gläubigen«: In den Kirchenparlamenten, die von der kirchlichen Basis, den Kirchenvorstehern in den Ortsgemeinden gewählt werden, haben die Laien die Mehrheit. Daneben ist aber auch die Berufsgruppe der Pfarrer berücksichtigt. Zu den gewählten Synodalen kommen noch von der Synode berufene Mitglieder: Zu ihnen gehört in der bayerischen Landessynode Innenminister Günther Beckstein.
Dieses Kirchenparlament, das die rund 2,75 Millionen bayerischen Protestanten vertritt, hat 108 Mitglieder. Als »kirchenleitendes Organ« neben Landesbischof und Landeskirchenrat hat die Landessynode weit reichende Kompetenzen: Sie beschließt den kirchlichen Haushalt, wählt den Landesbischof und entscheidet über die Kirchengesetze. Das Kirchenparlament tritt zweimal im Jahr in unterschiedlichen bayerischen Städten zusammen.
Während die jeweilige Herbsttagung traditionell dem kirchlichen Haushalt und Finanzfragen gewidmet ist, wird bei den Frühjahrstagungen ein Schwerpunktthema, wie beispielsweise die Stellenplanung bei der kommenden Synode, erörtert.
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