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Ausgabe - vom (Datum): 01-05.01.2003




Sagen Sie mal, Herr Jesus...

 ...freuen Sie sich eigentlich darüber, dass die Kirchen in Deutschland das »Jahr mit der Bibel« begehen?

Jesus: Wenn Leute sich mit der Heiligen Schrift befassen, kann das nicht schaden.

 Ihre Antwort wirkt nicht gerade enthusiastisch.

Jesus: Sie haben Recht. Immerhin haben im Anhang der Bibel einige Schriftsteller über mich geschrieben, denen ich in meinem irdischen Leben nie begegnet bin.

 Im »Anhang«?

Jesus: Ja. In dem Anhang, den Sie heute das »Neue Testament« nennen.

 Mit Verlaub: Den Begriff 'Anhang' finde ich höchst unpassend. Wir Christen legen allergrößten Wert auf das Neue Testament. Ohne es wüssten wir gar nichts von Ihrer Lebensgeschichte, von Ihren Wundern, von Ihrem Tod und Ihrer Auferstehung.

Jesus: Das will ich Ihnen ja auch gar nicht nehmen. Ich nenne das Neue Testament 'Anhang', weil ich eigentlich die Bibel nicht ergänzen wollte. Ich bin Jude, und als solcher haben mir die Heiligen Schriften der Juden völlig gereicht. Ich habe nie viel Aufhebens um meine Person gemacht. Die Menschen haben mich auf einen Sockel gehoben, und ich hab immer wieder versucht, da herunterzusteigen. Wenn mir meine Jünger prophezeit hätten, es gäbe mal ein 'Neues Testament', und ich sei der Hauptdarsteller - ich hätte es nicht geglaubt.

 Jetzt bin ich ziemlich vor den Kopf gestoßen. Wir sind als Christen dankbar, dass sich Leute hingesetzt haben und Ihre Worte überliefert haben. Ohne das Neue Testament könnten wir - und mit uns Milliarden anderer Menschen in den vergangenen zwei Jahrtausenden - nicht so sinnvoll und erfüllt leben!

Jesus: Tatsächlich? Dann will ich nichts gesagt haben, denn allein darauf kommt es an. Gottes Wege sind unergründlich... Dürfte ich auch mal eine Frage stellen?

 Nur zu.

Jesus: Was machen Sie denn so in Ihrem 'Jahr mit der Bibel'?

 Nun, wir lesen noch mehr als sonst in der Heiligen Schrift. Und fordern die Menschen auf, ihre Bibel nicht im Bücherregal verstauben zu lassen, sondern wieder darin zu lesen.

Jesus: Und was dann?

 Wie, »was dann«? Dann kennen sie die Bibel. Wissen, was Gott mit den Menschen vorhat. Und ahnen, welche Befreiung von den Zwängen der Welt der christliche Glaube mit sich bringt.

Jesus: Schon klar. Ich meine: Hat das dann irgendwelche Folgen? Wird sich etwas ändern im Leben der Menschen?

 Natürlich! Dem Glauben werden Taten folgen.

Jesus: Ich wünsche es Ihnen.

Fragen: Uwe Birnstein & Juliane Werding



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Jesus
 Jesus von Nazareth

ZUR PERSON
JESUS VON NAZARETH (* um 4 v. Chr., † um 30 n. Chr.), jüdischer Wanderprediger, dessen Wirken und Lehre eine neue Kirche begründet hat. Nachdem er mit einer Schar von Jüngerinnen und Jüngern durch Galiläa gezogen war und dort gepredigt, geheilt und Wunder gewirkt hatte, wurde er in Jerusalem von der römischen Besatzungsmacht gekreuzigt. Seine Jünger berichten, er sei auferstanden. Quelle: Evangelien.
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sagen-sie-mal.de


Interviews mit Personen der Bibel





Die Sängerin Juliane Werding und der Theologe Uwe Birnstein interviewen zum ökumenischen Jahr der Bibel 2003 Jesus, Maria und andere prominente Männer und Frauen der Heiligen Schrift.
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