Ausgabe - vom (Datum): 30-28.07.2002
Kirche in der Öffentlichkeit - jetzt zum ökumenischen Kirchentag
So viel Kampagne war noch nie!

Der Heiligenschein ist »ein Zeichen der christlichen Bildsprache, um einen Menschen zu kennzeichnen, der für andere ein Segen war«. So begründeten der Präsident des Zentralkomitees der Katholiken (ZdK), Hans Joachim Meyer (links), und Kirchentagspräsidentin Elisabeth Raiser die Plakat-Aktion. Foto: epd-bild
Noch während die aktuelle Öffentlichkeitskampagne der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) läuft, ist schon die nächste ins Auge genommen: Ein »Heiligenschein« steht im Zentrum der Werbekampagne für den Ökumenischen Kirchentag, der vom 28. Mai bis 1. Juni 2003 in Berlin stattfindet.
Öffentlichkeitsscheu zu sein, kann man damit der EKD gerade nicht nachsagen. Die jetzige Kampagne ist eine Plakataktion mit wechselnden Motiven, die Kirchenmitglieder zum Nachdenken über Gott und die Welt anregen und Ausgetretene oder abseits der Kirche Stehende zum Kontakt mit der Kirche ermuntern sollen; freilich ist die Aktion nicht unumstritten.
Nun soll mit weit mehr als 100000 Plakaten sowie mehreren Fernsehspots für den ersten bundesweiten Ökumenischen Kirchentag vom 28. Mai bis 1. Juni nächsten Jahres in Berlin geworben werden. Sofern die Finanzmittel ausreichten, sei auch an doppelseitige Farbanzeigen in Publikumsmagazinen gedacht, sagte ein Kirchentags-Sprecher dem epd. Zu dem Großereignis werden über 120000 Teilnehmer erwartet.
»Ihr sollt ein Segen sein«
Entwürfe für die Anzeigen sowie für insgesamt vier Plakatmotive zum Motto »Ihr sollt ein Segen sein« wurden nun in der Bundeshauptstadt der Öffentlichkeit vorgestellt. Insgesamt betrage der Etat für die Öffentlichkeitsarbeit des Ökumenischen Kirchentages rund eine Million Euro.
Schon jetzt zeichne sich nach Angaben der Veranstalter ein »Rekordinteresse« an aktiver Programmbeteiligung ab. Sowohl für den Bereich Musik, Theater und Kleinkunst wie auch für die »Agora«, auf der Gruppen und Organisationen aus Kirche und Gesellschaft ihre Arbeit vorstellen können, gebe es jetzt schon mehr Bewerbungen als bei vorangegangenen Katholikentagen beziehungsweise evangelischen Kirchentagen, hieß es.
Kurz vor dem Ende der Bewerbungsfrist am 31. Juli lagen der Berliner Geschäftsstelle des Ökumenischen Kirchentages etwa 300 Anträge auf Mitwirkung bei der »Agora« vor, hieß es weiter. Das übersteigt um 50 Prozent die Zahl der Gruppen, die sich zum vergleichbaren Zeitpunkt für den »Markt der Möglichkeiten« auf dem evangelischen Kirchentag 2001 in Frankfurt angemeldet hatten.
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