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Ausgabe - vom (Datum): 27-07.07.2002




Die schillerndste Figur des westlichen Buddhismus lehrt im hessischen Immenhausen

Lama Ole Nydahl hat keine Zeit für Askese

 Ole Nydahl


 Den Titel »Lama« habe er in den 80er-Jahren von Künzig Shamar Rinpoche verliehen bekommen, sagt Ole Nydahl. Foto: Archiv.




Seine Tage sind bis zu 20 Stunden lang - wieso?« wird auf der Internetseite von Lama Ole Nydahl (lama-ole-nydahl.de) gefragt. Der buddhistische Lehrer dänischer Nationalität, der noch bis 14. Juli in Immenhausen bei Kassel auf einem Treffen deutscher und internationaler Anhänger der Lehre Buddhas Meditationskurse leiten wird, ist ein vielbeschäftigter Mann.

»Zu viele Flüge, im Schnitt alle 2,5 Tage einen«, muss er nach eigenen Angaben absolvieren. Da bleibt kaum Zeit für die Meditation, die er ja eigentlich lehrt. Darüber hinaus liebt der Meister schnelle Motorräder und flotte Autos.

Der 1941 in Dänemark geborene Nydahl gilt als eine der schillerndsten Figuren im westlichen Buddhismus. Er lernte die tibetische Variante des Buddhismus auf mehreren Reisen durch Asien kennen, wo er von dortigen Lamas, den buddhistischen Lehrern, unterrichtet wurde, erzählt er. Den Titel »Lama« habe er in den 80er-Jahren von Künzig Shamar Rinpoche verliehen bekommen, einem der höchsten Lehrer des Diamantweg-Buddhismus, auch als Karma-Kagyü-Linie bekannt. Weltweit hat Nydahl laut dem Verein Diamantweg, der als Dachverband seinen Sitz in Hamburg hat, schon rund 300 buddhistische Zentren gegründet. In Deutschland seien es etwa 70. Da Nydahls Lehre in der Tradition des Laienbuddhismus steht, trägt der Meister auch nicht das typische Mönchsgewand tibetischer Lamas, sondern kommt sportlich und smart daher. Abgesehen davon würde ein Mönchsgewand beim Fallschirmspringen hinderlich sein. Dass er auch diesem Hobby frönt, erfährt man auf seiner Internetseite unter der Rubrik »Mal ganz privat«.

Frauen scheinen es ihm besonders angetan zu haben, gab er in einem Interview mit dem Fernsehsender Tele24 zu. Ein Scharlatan? Wer mit so viel Offenheit über sein Privatleben spricht, kann mit diesem Begriff nicht erfasst werden. »Ole Nydahl lehrt durchaus richtige und sinnvolle Dinge«, sagt auch Ulrich Dehn von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen in Berlin.

Die buddhistische Organisation Diamantweg in Deutschland sei nicht nur die größte ihrer Art hier zu Lande, sondern auch eine ausgesprochen seriöse. Was die Faszination Ole Nydahls ausmacht, kann sich Dehn auch nicht so recht erklären. Zumal sich Nydahl früher auch schon mal rassistisch und ausländerfeindlich geäußert haben soll. Nach Kritik aus den eigenen Reihen habe er aber gelobt, in dieser Hinsicht »nie wieder« etwas zu sagen.

Öffentliche Auftritte mit seiner Frau Hannah und seiner »Assistentin« Caty, die Ulrich Dehn zufolge so etwas wie »die zweite Frau« des Meisters ist, hätten so etwas wie eine »Koketterie mit dem Anstößigen« an sich. Vielleicht liegt in dieser Verbindung von fernöstlicher Religiosität, westlichem Pragmatismus und sexueller Freiheit die Faszination Nydahls begründet.

Christian Prüfer

@ lama-ole-nydahl.de


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